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JUNG & KONFI - CHRISSY UND IHRE OMA

Kirche als „Analog-Oase“ erleben Warum Offline-Zeit für Kinder, Jugendliche –

Von Chrissy (14) Mein Handy ist eigentlich immer dabei. In der Schule, nachmittags, abends. Manchmal merke ich gar nicht mehr, wie oft ich draufstarre. Aber das stresst auch ganz schön. Meine Oma dagegen kommt mit der digitalen Welt oft nicht gut klar. Wenn sie mir schreibt, dauert es lan ge, und manchmal schickt sie aus Ver sehen zehn gleiche Nachrichten. Dann lacht sie und sagt:„Ach Chrissy, das ist alles nichts für mich.“ Neulich hat sie mir erzählt, dass ihr die digitale Welt sogar Angst macht. Alle reden von Apps, Online-Terminen und Updates – und sie hat Angst, etwas falsch zu machen. „Früher hat man einfach miteinander geredet“, sagt sie dann. Als wir neulich zusammen zu einem Nach mittag der Kirche gegangen sind, war ich erst skeptisch. Aber dort war es dann ganz anders als sonst bei mir: Wir haben gespielt, geredet, Tee getrunken. Ganz ohne Handy! Keiner hatte sein Handy in der Hand. Das war sehr entspan nend. Oma war mittendrin, und ich auch. Auf dem Heimweg meinte sie leise: „Weißt du, hier fühle ich mich nicht so dumm und alleine.“ Da habe ich verstanden, warum Kirche für viele Menschen ein besonderer Ort ist.

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